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Auf dieser Seite möchte ich Ihnen kinesiologische Übungen vorstellen, die uns helfen, in schwierigen Situationen wieder Klarheit zu finden. Ergänzend möchte ich mit Ihnen Texte teilen, die berühren und zum Nachdenken anregen. Der Sinn des Nachdenkens über uns und unser Leben ist es, die Bereitschaft zu einer umfassenden Veränderung in der Tiefe unseres Herzens zu entwickeln. Dann schaffen wir es, aus unseren gewohnten Verhaltensmustern auszubrechen und ein freierer Mensch zu werden.

Auf meinem Weg hat mir die Kinesiologie sehr geholfen, wichtige Veränderungen erkennen und umsetzen zu können. Und sie wird mich auch weiterhin durch die Höhen und Tiefen meines Lebens begleiten.




März 2019: Ubuntu - Die Philosophie der Menschlichkeit. Aus: Dr. Geseko v. Lüpke, BR 2 radioWissen

"Ubuntu" lässt sich am ehesten als "Menschlichkeit" übersetzen. Es ist eine Philosophie des "Wir". Wer Ubuntu hat, lebt verbunden und für andere - und hat sich selbst verwirklicht. Ubuntu ist ein Weltbild, dass die Charakteristika afrikanischer Identität umfasst: Werte wie Mitgefühl, Selbstlosigkeit, Nächstenliebe, Solidarität.

Ubuntu ist eine Philosophie, die sich nur schwer in Worte fassen lässt, die keine Theorien und Lehrsätze formuliert hat. Es ist der Klebstoff, der das soziale Gewebe zusammenhält, die kollektive Hoffnung, das Gute im Menschen. Da gab es in einem Dorf einen sehr unartigen, frechen 16jährigen. Und die Ältesten kamen zusammen und überlegten, wie sie mit dem Übeltäter umgehen sollten. Das, wofür sie sich entschieden, bestand darin, dass der Jugendliche ein ganzes Wochenende in der Mitte eines Kreises sitzen musste, während die Dorfbevölkerung um ihn herum herumging und immer wieder sagte: "Wir lieben Dich wirklich".

Während in der europäischen Denktradition die Betonung immer mehr auf dem Individuum und seiner Freiheit lag, steht die afrikanische Philosophie des Ubuntu für die verbindende Kraft der Gemeinschaft. Statt dem europäischen Dualismus, der zwischen Geist und Materie trennte, prägte das afrikanische Denken ein verbindendes, ganzheitliches Weltbild. Ubuntu ist eine kooperative, großzügige, spontane, freundliche, sorgende und teilende Grundhaltung: "Ich bin jemand, weil Du bist". In dieser Haltung wird die soziale Gemeinschaft, ja die Gesellschaft zur Familie, der Mitmensch wird zum Bruder, zur Schwester. Statt das Individuum zum Objekt, zum Zahnrad im Uhrwerk der Gesellschaft, zu degradieren und zu kontrollieren, steht hier der "gute Mensch" mit seinen Gefühlen im Mittelpunkt.

Im Ubuntu sind das Individuum und die Gruppe kein Gegensatz. Die Gruppe selbst ist das Fundament, auf dem das Individuum sich entfalten kann. Man wird durch Teilhabe am Ganzen zu dem, als der man gemeint ist. Einem Ganzen, von dem man Teil ist, und das mehr ist als die Summe seiner Teile.



Februar 2019: Auszug der Abschlussrede aus dem Film "Der große Diktator" (1940) von und mit Charlie Chaplin

Es tut mir leid, aber ich möchte kein Herrscher sein.
Das ist nicht meine Sache.
Ich möchte niemanden beherrschen oder erobern.
Ich möchte jedem Menschen helfen, wenn ich kann,
Juden, Nichtjuden, Schwarzen, Weißen.
Wir alle wollen einander helfen.
Das ist menschlich.
Wir wollen vom Glück der anderen leben - nicht von ihrem Unglück.
Wir wollen uns nicht gegenseitig hassen und verachten.
Auf dieser Welt ist Platz für jeden.
Mutter Erde ist reich, und kann für uns alle sorgen.
Das Leben kann frei und schön sein, aber wir sind vom Weg abgekommen.
Die Gier hat die Seelen der Menschen vergiftet,
hat die Welt mit Hass übersät,
und hat uns im Stechschritt in Elend und Blutvergießen geführt.
Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt,
und haben uns ihr unterworfen.
Die Maschinen, die uns den Überfluss bringen, haben uns bedürftig gelassen.
Unser Wissen hat uns zynisch gemacht.
Unsere Klugheit hart und lieblos.
Wir denken zu viel und fühlen zu wenig.
Mehr als Maschinen brauchen wir die Menschlichkeit.
Mehr als Klugheit brauchen wir Freundlichkeit und Güte.
Ohne diese Eigenschaften ist das Leben gewalttätig, und wir werden alles verlieren.



Januar 2019: Der Einfluss unserer Sinne

Unsere körperlichen Sinne sind das Sehen, das Hören, das Riechen, das Schmecken, die Berührung und Tastempfindung, die Eigenwahrnehmung und Tiefensensibilität, sowie der Gleichgewichtssinn. Ihre zugeordneten Organe sind Augen, Ohren, Nase, Mund und Zunge, Haut, Muskeln, Sehnen und Tiefengewebe, sowie das Gleichgewichts- und Schwerkraft-System. Sie alle geben uns Informationen über die Welt um uns herum, sowie den Zustand und die Lage unseres Körpers. Wenn die Sinnesorgane gut ausgebildet sind, und die Sinnesempfindungen in einer integrierten Art und Weise dem Gehirn zufließen, können diese dazu genutzt werden, um daraus Wahrnehmung, Verhaltensweisen, Lernprozesse, und eigene Gedanken zu entwickeln.

Da jeder Mensch von klein auf seinen ganz eigenen Umgebungen und Einflüssen ausgesetzt ist, entwickelt er auch sein eigenes und einzigartiges Sinnesleben, und reagiert auf Sinneswahrnehmungen auf seine eigene, unvergleichliche Art und Weise. Um andere Menschen und sich selbst wirklich verstehen zu können, muss man ihre und seine "innere Landkarte" kennenlernen und herausfinden, welche Wahrnehmungen zu welchen Verhaltensweisen führen. Diese verinnerlichten Reaktionen laufen teilweise sehr unbewusst ab. Aber sie können bewusst gemacht und verändert werden, indem man übt, wach und distanziert auf seine Wahrnehmungen und Verhaltensweisen zu schauen. Auch in diesem Prozess kann die Kinesiologie eine gute Unterstützung sein.



Dezember 2018: Zitat von Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207 - 1273), Persischer Dichter und Mystiker



Du hast eine Aufgabe zu erfüllen.
Du magst tun was du willst,
magst hunderte von Plänen verwirklichen,
magst ohne Unterbrechung tätig sein -
wenn du aber diese eine Aufgabe nicht erfüllst,
wird all deine Zeit vergeudet sein.




November 2018: Gehirnorganisations-Profile und Lernen

Das Gehirn kann nicht für sich alleine lernen - es braucht Informationen aus der Außenwelt, um über die Welt zu lernen und sie mit sich selbst in Verbindung zu setzen. Diese Informationen bekommt es von vielen verschiedenen Körperorganen, hauptsächlich aber den Augen und Ohren, sowie den Sensoren an Händen und Füßen.

Jeder Mensch hat dabei eine dominante "Lieblingshand", einen "Lieblingsfuß" und auch ein dominantes Auge und ein dominantes Ohr. Bei vielen Menschen ist z.B. die rechte Hand dominant, d.h. sie wird bevorzugt und automatisch zum Schreiben, Werfen, Zähneputzen, etc. verwendet. Auch bei den Gehirnhälften gibt normalerweise eine Seite etwas mehr "den Ton an". Ist die Dominanz einer Gehirnhälfte über die andere sehr groß, so entwickelt sich in einem Fall eine sehr kreative, aber auch unorganisierte Persönlichkeitsstruktur, oder aber im anderen Fall eine sehr analytische und emotional kontrollierte Persönlichkeitsstruktur.

Kennt man die Dominanzen von Gehirnhälften, Augen, Ohren, Händen und Füßen, so kann man über dieses sogenannte Gehirnorganisations-Profil viel über das bevorzugte Lernverhalten und die bevorzugten Verhaltensweisen einer Person in Stress-Situationen herausfinden. Dies hilft dabei, die für sich optimalen Lernbedingungen zu schaffen, und in schwierigen Lebensumständen sich der eigenen Stress-Reaktionen schneller bewusst zu werden, und damit die Basis für Veränderung zu schaffen.



Oktober 2018: Moral und Politik

Joachim Gauck, protestantischer Theologe mit vielseitigem und großem politischen Engagement, unter anderem elfter Deutscher Bundespräsident, wird bei der Eröffnung der "documenta 13" in Kassel im Jahr 2012 mit folgendem sehr zeitlosen Gedanken zitiert:

"Die Beschäftigung mit uns selber, die Art unseres Sehens, die Art unseres Empfindens, sie bilden auch unser Gewissen. Und unser Gewissen hängt mit unserer Moral zusammen. Und unsere Moral mit unserem Verstand. Und wenn wir Verstand haben ohne Moral wird daraus eine Politik, die diese Welt zugrunde richtet."



September 2018: Überkreuzbewegungen

Überkreuzbewegungen unterstützen unsere Fähigkeit, die körperliche Mittellinie zu überqueren. Dies ist einerseits wichtig für schulische Fähigkeiten wie das Lesen, Schreiben und Rechnen, und andererseits grundlegend für geistig ganzheitliches und integriertes Denken. Außerdem fördern Überkreuzbewegungen die Entspannung und erhöhen die Aufmerksamkeit.

Es gibt zahlreiche Varianten, wie man Überkreuzbewegungen ausführen kann, sowohl im Liegen, Sitzen, als auch Stehen oder Gehen. Die bekannteste Überkreuzbewegung ist übrigens das Krabbeln, das mittlerweile als einer der bedeutendsten Faktoren für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung angesehen wird.

Hier möchte ich eine Bewegung vorstellen, die einfach durchzuführen ist, aber auch viel Spielraum für Variation und Erweiterung zulässt:

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine stehen hüftbreit nebeneinander. Heben Sie das rechte Bein angewinkelt nach oben und berühren Sie mit der linken Hand das rechte Knie. Danach das linke Bein angewinkelt nach oben heben und mit der rechten Hand das linke Knie berühren.
Diese Abfolge wird einige Minuten lang immer abwechselnd ausgeführt, wobei es wichtig ist, auf eine saubere, nicht zu schnelle Ausführung zu achten, und die Arme immer die Körpermittellinie überkreuzen zu lassen.


Diese Überkreuzbewegung kann auch im Sitzen, Liegen oder Gehen ausgeführt werden, sie erfordert im Stehen aber deutlich mehr Balance, was zusätzlich eine gute Übung darstellt. Einfache Variationen dieser Bewegung sind:

1. Im Stehen den linken Fuß nach hinten und oben führen, mit der rechten Hand hinter den Rücken gehen und die linke Ferse berühren. Dann den rechten Fuß nach hinten und oben führen, mit der linken Hand hinter den Rücken gehen und die rechte Ferse berühren.
2. Die Übungen mit geschlossenen Augen durchführen.


Achten Sie auf Ihre Körperwahrnehmung und geistige Frische vor und nach dem Üben! Am meisten profitieren Sie, wenn Sie
(und Ihre Kinder) eine solche Übung in Ihren täglichen Tagesablauf integrieren - seien es auch nur 5 Minuten.



August 2018: Das Paradigma von Sein, Tun und Haben. (Aus: N.D. Walsch - Gespräche mit Gott)


Die Leute glauben, dass sie, wenn sie eine Sache haben (Zeit, Geld,...), endlich etwas tun können (ein Hobby, Urlaub,...), was ihnen dann erlaubt etwas zu sein (glücklich, zufrieden,...). In Wahrheit ist es andersherum: Erst bist du etwas (freudvoll, weise,...), dann fängst du an bestimmte Dinge zu tun, und entdeckst bald darauf, dass dieses Tun dir von ganz alleine Dinge bringt, die du schon immer haben wolltest.



Juli 2018: Der Solarplexus - das Sonnengeflecht


Schulmedizinisch gesehen ist das Sonnengeflecht ein sehr großes Netz aus Nervensträngen, das sich wie eine Sonne in viele Richtungen ausbreitet. Es befindet sich dicht unter dem Zwerchfell am Übergang von Brustkorb zur Magengrube. Durch die strahlenförmige Ausbreitung des Solarplexus kann eine Fülle an Informationen aus vielen verschiedenen Körperorganen verschaltet und weitergeleitet werden. Ohne den Solarplexus wäre es nicht möglich, die Regulierung und Abstimmung der Aufgaben der inneren Organe zu gewährleisten, und Störungen seiner Funktion können vielfältige Krankheitsbilder nach sich ziehen. Das Sonnengeflecht scheint außerdem unser unterbewusstes Bauchgefühl zu steuern und wird daher auch als das "Bauchgehirn" bezeichnet.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin und dem Ayurveda ist das Sonnengeflecht das Zentrum von Kraft und Lebensenergie, sowie Sitz der menschlichen Persönlichkeit. In der hinduistischen Chakra-Lehre repräsentiert das Sonnengeflecht das 3. Hauptchakra. Dieses Chakra beeinflusst die Entfaltung der Persönlichkeit, die Verarbeitung von Gefühlen und Erlebnissen, die Gestaltung des Seins, Lebenskraft und Fülle, sowie inneres Wachstum.

Im Solarplexus-Chakra werden all unsere Erfahrungen und Emotionen "verdaut" und in eine mentale Struktur aus Gedankenformen und Überzeugungen gebracht. Diese wird schließlich zu unserer Selbstwahrnehmung und Persönlichkeit. Das vorherrschende Thema des Solarplexus-Chakras ist Macht und Kraft. Ein Mensch mit einem starken und ausgeglichenem 3. Chakra verkörpert Selbstbewusstsein, Klarheit, Integrität, Belastbarkeit und Handlungsfähigkeit als Person. Bei einem nicht ausgeglichenem Solarplexus-Chakra kommen die Schattenseiten von Macht und Kraft zu tragen: Wut, Kontrollzwang, Manipulation und Dominanz. In diesem Chakra liegt auch unser Bedürfnis, unsere eigenen Ideen in die Welt zu tragen und zu verwirklichen, sowie Herausforderungen zu meistern. Hier liegt die Kraft für Veränderungen, Disziplin und Selbst-Transformation.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich ein ausgeglichenes Solarplexus-Chakra zu bewahren bzw. es wieder zu stärken: Verschiedene Atemtechniken, vor allem über die Bauchatmung, sowie Übungen einiger Yogastile, aber auch Meditation und Autogenes Training können Blockaden in diesem Chakra lösen. Ein klares, sonniges Gelb schenkt Fröhlichkeit und heitere Gelöstheit und hilft, sich aktiv ins Leben einzubringen. Ein goldgelber Farbton wirkt klärend und beruhigend. Ätherische Öle von Lavendel, Rosmarin und Bergamotte, sowie die Edelsteine Zitrin, Tigerauge, Bernstein und Topas unterstützen dieses Chakra ebenfalls bei seinen Aufgaben. Die Sonnenblume enthält in ihrer Mitte spiralförmig bewegte Muster, die bei einer meditativen Betrachtungsweise eine sinnvolle und geordnete Aktivität im Innern des Betrachtenden wecken. Ihre Blütenblätter verkörpern das nach Außen strahlende goldene Licht, das kraftvoll, freudig und zugleich sanft leuchtet.

Es gibt auch die Möglichkeit sich die folgende Kraftformel zu verinnerlichen und immer wieder bewusst zu machen: "Ich bejahe meine Gefühle, Wünsche und Lebenserfahrungen und integriere sie sinnvoll. Das Licht, das ich in mir wahrnehme, nimmt mehr und mehr zu und erhellt mein Leben. Das Leben und meine Stellung darin geben mir ein Gefühl von Frieden und innerer Harmonie."

Eine einfache und trotzdem sehr wirksame Art der Stärkung ist ein inniges, aus dem Herzen kommendes Lachen. Es bewirkt neben einer fühlbaren inneren Freude eine effektive Massage aller inneren Organe und des Solarplexus. Diese freudespendend-lockernde Massage hat äußerst vielfältige positive und befreiende Wirkungen und hilft uns dabei, unser Leben immer wieder neu und sinngebend gestalten zu können.



Juni 2018: "Leben lernen" von Ute Latendorf


Von der Sonne lernen,
zu wärmen,
von den Wolken lernen,
leicht zu schweben,
von dem Wind lernen,
Anstöße zu geben,
von den Vögeln lernen,
Höhe zu gewinnen,
von den Bäumen lernen,
standhaft zu sein.

Von den Blumen
das Leuchten lernen,
von den Steinen
das Bleiben lernen,
von den Büschen im Frühling
Erneuerung lernen.
von den Blättern im Herbst
das Fallenlassen lernen,
vom Sturm
die Leidenschaft lernen.

Vom Regen lernen,
sich zu verströmen,
von der Erde lernen,
mütterlich zu sein,
vom Mond lernen,
sich zu verändern,
von den Sternen lernen,
einer von vielen zu sein,
von den Jahreszeiten lernen,
dass das Leben immer wieder
von Neuem beginnt.



Mai 2018: Glück und Achtsamkeit als Schulfach


Immer mehr Kinder können den in den Regelschulen herrschenden Leistungsdruck nicht mehr angemessen verarbeiten, und es kommt in der Folge zu den verschiedenartigsten Auffälligkeiten, die sich je nach Charakter des Kindes anders ausdrücken. Um dem zu begegnen und die Kinder stark für den Schulalltag und das Leben zu machen, gab es schon vor mehreren Jahren zwei sehr innovative und fortschrittliche Ansätze, die es Wert sind, in allen Schulen eingeführt zu werden.

2007 begründete der damalige Heidelberger Schuldirektor Ernst Fritz-Schubert das Schulfach "Glück". Der Anstoß dazu kam vom Wellington-College, einer Privatschule in England, in der 14- bis 16-Jährige in den Schwerpunktthemen Selbstwahrnehmung, Persönlichkeitsförderung, sowie Beziehung zu anderen Menschen, der Umwelt und der Technologie unterrichtet werden.

Zeitgleich aber unabhängig davon entwickelte die Aachener Lehrerin Anne Katrin Voss ein einjähriges Curriculum unter dem Titel "GlücklichSEIN - wie geht das?". Auch hier war das Wellington College einer der Ideengeber.

Mittlerweile gibt es deutschlandweit um die 40 Schulen, die "Glück" als Schulfach eingeführt haben - mindestens zwei davon auch in München: Die Integrative Montessori Schule an der Balanstraße und die Mittelschule an der Perlacher Straße. In einigen Schulen Deutschlands kann das Fach auch im Abitur anerkannt werden und die mündliche Prüfung ersetzen.

Die Inhalte des "Glücks"-Faches sind geprägt von Erkenntnissen aus Psychologie und Soziologie: Die eigenen Stärken und Schwächen zu entdecken, sich selbst Ziele zu setzen, das Zusammenspiel in der Gemeinschaft zu verstehen und positiv zu gestalten, sich das Glück jedes Tages bewusst zu machen, sich im eigenen Körper wohl zu fühlen, Gesundheit, Ernährung, sowie Bewegung - alles ohne Leistungsdruck und Theaterspielen.



Eine etwas kleinere Anzahl von Schulen bietet ihren Schülern Unterricht in Achtsamkeit. Das Projekt "Achtsamkeit in der Schule" (AISCHU) wurde von der Essener Pädagogin Vera Kaltwasser entwickelt und wird in den Schulen erfolgreich angewendet. Achtsamkeit wird hier definiert als "die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit absichtsvoll, dauerhaft und ohne Bewertung auf den gegenwärtigen Moment zu richten." Durch die Einübung einer achtsamen Grundhaltung entwickeln sich gleichzeitig auch für die schulische Laufbahn relevante Fähigkeiten: Über einen längeren Zeitraum die Aufmerksamkeit einer Sache zu widmen, die Aufmerksamkeit gezielt auf die in diesem Moment wichtigen Aspekte zu verlagern, spontane Impulse zu kontrollieren, der aktuellen Situation vorurteilsfrei zu begegnen, und stressige Situationen zu bewältigen.

Beide Schulfächer wurden in diversen Forschungsprojekten auf ihren Erfolg hin untersucht und werden ihren Ansprüchen gerecht. Auch die Schüler, die an diesen Unterrichtsfächern teilnehmen dürfen, berichten von sehr positiven Veränderungen. Die Hoffnung bleibt, dass möglichst viele Schulen diese Möglichkeit wahrnehmen, ihre Schüler, und damit ein stückweit auch unsere Gesellschaft, glücklicher und achtsamer zu machen.



April 2018: Yin und Yang


In der Kinesiologie wird häufig mit dem Meridian-System der Traditionellen Chinesischen Medizin gearbeitet, das eng mit der Yin und Yang Lehre verbunden ist.

Die Philosophie von Yin und Yang geht davon aus, dass vor dem Beginn der Welt das Chaos herrschte, in dem alle Materie (oder Energie) in undifferenziertem Zustand vermischt war. In diesem Ur-Zustand teilte sich die Ur-Materie (oder Ur-Energie) qi in ein lichtes, leichtes qi, das Yang, welches nach oben stieg, und ein dunkles, schweres qi, das Yin, welches nach unten sank. Auf diese Weise bildeten sich der Himmel und die Erde, sowie alle anderen dualen Gegensätze: Männlich und weiblich, Sonne und Mond, Leben und Tod, warm und kalt, hell und dunkel, etc.. Jedes Element eines Gegensatz-Paares kann entweder Yang oder Yin zugeordnet werden.

Die Yin und Yang Lehre betont aber, dass trotz der Gegensätzlichkeit weder Yin noch Yang getrennt voneinander existieren können. Im Gegenteil tendieren sie stets dazu, von einem zum anderen überzugehen. Stabile Zustände in der Welt können demnach nur durch eine harmonische wechselseitige Ergänzung beider Elemente erreicht werden.

Das bekannte Symbol von Yin und Yang verbildlicht dieses universelle Gesetz des ewigen Wandels und der gegenseitigen Abhängigkeit. Bekannt ist das Symbol in den Farben Schwarz und Weiß - ursprünglich ist es aber rot und blau: Feuer und Wasser. Der rote Punkt im blauen Feld und der blaue Punkt im roten Feld symbolisieren, dass das Wesen des einen in seinem Kern auch immer die Essenz seines Gegenteils enthält. Die Flächenveränderungen von klein nach groß bedeuten, dass Yin und Yang immer abhängig voneinander steigen und sinken: Wenn Yang sich vergrößert, verringert sich Yin, und umgekehrt. Nach einer Hochphase von Yang folgt immer sein Absinken und ein Ansteigen von Yin, und umgekehrt. Yang erzeugt somit Yin, und Yin erzeugt Yang.

Nichts ist also einfach nur schwarz oder weiß, weiblich oder männlich, gut oder böse, hell oder dunkel. Frauen haben auch männliche Eigenschaften und Männer auch weibliche Qualitäten; eine "schlechte" Handlung kann auch etwas Gutes haben, und eine "gute" Handlung negative Auswirkungen nach sich ziehen; ohne Licht kann es keinen Schatten geben; in Relation zu einer Ameise ist ein Elefant riesig, aber verglichen mit einem Wolkenkratzer ist der Elefant winzig.

Ein Beispiel aus dem Taiji: Schau einen Stock an, sein eines Ende ist Yin, das andere Yang. Welches ist wichtiger?
- Der Stock selbst ist wichtig!

Nach der Yin und Yang Lehre geht es im Leben also darum, keine absoluten Urteile zu fällen, sondern sich mehr mit den einer Sache innewohnenden Qualitäten zu beschäftigen.



März 2018: Reflexpunkte zur Aktivierung der drei Körper-Dimensionen


Es gibt drei Reflexpunkt-Paare, die dazu verwendet werden können, die Körper-Dimensionen links-rechts, oben-unten und vorne-hinten zu aktivieren. Damit ist es möglich, wieder ein Gefühl für seine Körpermitte zu bekommen und die eigene Körperkoordination neu auszurichten.

Und so geht's:

Für die links-rechts-Aktivierung: Daumen und Zeigefinger einer Hand jeweils in eine der beiden weichen Vertiefungen direkt unter dem Schlüsselbein und rechts&links des Brustbeins legen. Diese Punkte mit mittlerem Druck 30-60 Sekunden lang massieren. Die andere Hand liegt dabei ruhig über dem Nabel. Anschließend die Hände wechseln und die Übung wiederholen.

Für die oben-unten-Aktivierung: Daumen unter die Unterlippe legen, Zeigefinger der gleichen Hand über die Oberlippe legen, beide jeweils auf der Gesichtsmittellinie. Mit mittlerem Druck diese beiden Punkte 30-60 Sekunden lang massieren, die andere Hand liegt dabei ruhig über dem Nabel. Anschließend die Hände wechseln und die Übung wiederholen.

Für die vorne-hinten-Aktivierung: Mit 1-2 Fingern einer Hand die letzte knöcherne Erhebung des Steißbeins mit festem Druck 30-60 Sekunden lang massieren. Die andere Hand liegt dabei ruhig über dem Nabel. Anschließend die Hände wechseln und die Übung wiederholen.



Februar 2018: Die drei Ebenen der menschlichen Entwicklung


Unser Körper kann über drei Dimensionen erfahren werden: links-rechts, oben-unten, hinten-vorne. Das sind die Dimensionen, die sich jeder Mensch nach seiner Geburt mit dem Durchlaufen der verschiedenen körperlichen Entwicklungsstufen zu eigen machen muss.

Nach dem Beherrschen der körperlichen Ebene setzt die Entwicklung der geistige Ebene ein. Hier stellt die links-rechts Dimension die Denkfähigkeit dar. Sie ist mit der Integration der beiden Gehirnhälften verbunden, und befähigt den Menschen zu logischem und gleichzeitig kreativem Denken und Handeln. Die oben-unten Dimension wird auf der geistigen Ebene zur Zentrierung. Sie ist verbunden mit In-der-Mitte-Sein, Standfestigkeit und Unerschütterlichkeit. Sie spiegelt die Gefühlsebene wider. Die vorne-hinten Dimension symbolisiert auf geistiger Ebene die fließende Bewegung. Sie beinhaltet das neutrale Wahrnehmen des gesamten Geschehens und die anschließende Konzentration auf die wesentlichen Faktoren.

Der Mensch definiert sich gewöhnlich über diese drei geistigen Dimension: seinem Denken, seinen Gefühlen, und seiner Umwelt. Das Ego und die persönliche Geschichte jedes Menschen haben hier ihren Ursprung. Denken, Gefühle und Umwelt unterliegen aber einem steten Wandel und sind unzuverlässige Zustände. Sie können nicht beschreiben, was unveränderbar im Menschen verborgen liegt.

Um das Unveränderliche zu erkennen ist es notwendig, von der geistigen Ebene auf die Ebene des Seins zu gehen. Hier wird die rechts-links-Dimension zum Denken in der Stille, die oben-unten Dimension wird zum Fühlen ohne zu fliehen, und die vorne-hinten-Dimension wird zum Fließen ohne zu kämpfen.

Im Entwicklungsprozess des Menschen geht es darum, nach der Beherrschung der einen Ebene auf die nächst höhere Ebene zu gelangen. Auf der körperlichen und geistigen Ebene kann uns die Kinesiologie gute Dienste erweisen. Auf der Ebene des Seins ist es notwendig, auf unsere leise innere Stimme zu hören. Nur sie ist eine sichere Führung auf dem Weg zu uns selbst.



Januar 2018: "Die Kraft der Gedanken" von Swami Sivananda (1887-1963), indischer Arzt, Mönch, Yogi und spiritueller Meister


Der Mensch sät einen Gedanken
und erntet eine Handlung.

Er sät eine Handlung
und erntet eine Gewohnheit.

Er sät eine Gewohnheit
und erntet einen Charakter.

Er sät einen Charakter
und erntet ein Schicksal.

Daher ist das Schicksal Dein eigenes Werk.
Du hast es geschaffen.

Du kannst es ändern,
indem Du edle Gedanken pflegst,
tugendhaft handelst,
und Deine Denkweise änderst.



Dezember 2017: Leicht gekürzter Auszug aus "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry


Nachdem der kleine Prinz lange über den Sand, die Felsen und den Schnee gewandert war, geschah es, dass er endlich eine Straße entdeckte. Und die Straßen führen alle zu den Menschen. "Guten Tag" sagte er. Da war ein blühender Rosengarten. "Guten Tag" sagten die Rosen. Der kleine Prinz sah sie an. Sie glichen alle seiner Blume. "Wer seid ihr?" fragte er höchst erstaunt. "Wir sind Rosen", sagten die Rosen. "Ach!" sagte der kleine Prinz, und er fühlte sich sehr unglücklich. Seine Blume hatte ihm erzählt, dass sie auf der ganzen Welt einzig in ihrer Art sei. Und siehe!, da waren fünftausend davon, alle gleich, in einem einzigem Garten! Und er warf sich ins Gras und weinte.

In diesem Augenblick erschien der Fuchs. "Bitte... zähme mich!" sagte er. "Was heißt 'zähmen'?" fragte der kleine Prinz. "Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs. "Es bedeutet 'sich vertraut machen'."

"Ich möchte wohl" antwortete der kleine Prinz, "aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennen lernen." "Man kennt nur die Dinge, die man zähmt", sagte der Fuchs. "Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!" So machte der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut.

Und als die Stunde des Abschieds nahe war, sagte der Fuchs: "Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, dass die deine einzig ist in der Welt. Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken."

Der kleine Prinz ging, die Rosen wieder zu sehen. "Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts", sagte er zu ihnen. "Niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht und jetzt ist er einzig in der Welt." Und die Rosen waren sehr beschämt.

"Ihr seid schön, aber ihr seid leer", sagte er noch. "Man kann für euch nicht sterben. Gewiss, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose sei euch ähnlich. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe, außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen. Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist."

Und er kam zum Fuchs zurück. "Adieu", sagte er. "Adieu", sagte der Fuchs. "Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."



November 2017: Muskeln und Emotionen


In der Kinesiologie erkennen wir die innere Verfassung eines Menschen über die Stärke seiner Muskelspannung. Die Muskeln spiegeln hierbei die Gefühle und innere Haltung bezüglich eines gewählten Themas.

Auch in der Psychologie ist der Zusammenhang zwischen Muskeln und Emotionen schon lange bekannt, und es gibt ein großes Forschungsfeld, das sich mit diesem Thema beschäftigt. Neben vielen anderen Dingen wurde untersucht, welche Auswirkungen eine Botox-Behandlung auf das Gefühlsleben der behandelten Person hat. Bei einer Botox-Behandlung wird das Nervengift Botulinumtoxin in bestimmte Gesichtsmimikmuskeln - meist die der Stirn - gespritzt, um dort die Reizübertragung zwischen Muskel und Nerv zu blockieren. Dies soll unbewusste Gesichtsregungen und die dadurch entstehenden mimischen Falten verhindern.

Die Auswirkungen dieser künstlichen Lähmung der Gesichtsmuskeln gehen jedoch weit über ihre körperliche Wirkung hinaus. Das Nervengift wird meist in diejenigen Muskeln gespritzt, mit denen zornige und traurige Gefühle ausgedrückt werden. In allen Untersuchungen wurde herausgefunden, dass dies zur Folge hat, dass die behandelten Personen genau diese Emotionen nur noch sehr schwer in sich selbst fühlen können, und sie auch bei anderen Menschen nur noch vermindert wahrnehmen. Für positive Emotionen wie zum Beispiel Freude, die durch andere Gesichtsmuskeln ausgedrückt wird, gab es keine Veränderungen im eigenen Empfinden und im Erkennen bei anderen Menschen.

Es gibt auch noch einen anderen Effekt beim Zusammenspiel von Botox und unserem Gefühlsleben: Das Lähmen der Muskeln, die für das Zusammenziehen der Augenbrauen verantwortlich sind, kann Depressionen abmildern. Bei einigen Formen der Depression sind die Augenbrauen ständig angespannt. Dies hat zur Folge, dass der Depressive die Blicke andere Menschen unfreundlicher wahrnimmt, als sie es tatsächlich sind. Hinzu kommt: Wenn man aufgrund der zusammengezogenen Augenbrauen ständig einen miesepetrigen Gesichtsausdruck hat, wird man von seinen Mitmenschen tatsächlich auch oft weniger freundlich angeschaut.

Ob positiv oder negativ - der Zustand unserer Muskeln hat also nicht nur eine körperliche Wirkung. Es beeinflusst gleichzeitig unser Gefühlserleben, die Art und Weise wie andere Menschen auf uns reagieren, sowie die Fähigkeit, die Gefühle unserer Mitmenschen zu erkennen. Und dies gilt nicht nur in Bezug auf unsere Gesichtsmuskeln, sondern für unsere gesamte Körpermuskulatur, die einen wesentlichen Einfluss auf unsere Körpersprache hat.

Unsere Muskeln spiegeln unser inneres Gefühlsleben wider - dies ist eine schöne Verdeutlichung dafür, wie der Muskeltest in der Kinesiologie die inneren Stressfaktoren ans Licht bringen kann.



Oktober 2017: Übung zur Bewältigung stressiger Situationen


"Medizin bei bereits ausgebrochenen Krankheiten zu verabreichen und einen revoltierenden Organismus zu besänftigen, ist vergleichbar mit dem Verhalten von Personen, die anfangen, einen Brunnen zu graben, nachdem sie Durst bekommen haben, oder die anfangen, Waffen zu schmieden, nachdem sie bereits mit dem Kampf begonnen haben. Könnte es dann nicht schon zu spät sein?" (Der gelbe Kaiser, 200 v. Chr.)

In diesem Sinne, hier eine Übung zur Vorbeugung! Einsetzen kann man sie aber auch in einer akuten Stress-Situation.

Zur Vorbeugung:

Wenn Sie eine zukünftige stressbelastete Situation (eine Prüfung, ein Bewerbungsgespräch, ein Konfliktgespräch etc.) gut überstehen möchten, versuchen Sie doch einmal folgendes: Setzen Sie sich entspannt hin, schließen Sie die Augen, und legen Sie jeweils zwei Finger auf die sogenannten Stirnbeinhöcker (siehe unten). Dann stellen Sie sich in Gedanken diese Situation genau so vor, wie Sie gerne MÖCHTEN, dass sie ablaufen soll. Diese Vorstellung sollte so detailliert und realitätsnah wie möglich sein, mit allen Worten, die Sie gerne aussprechen möchten, sowie allen Handlungen, Gesten, etc. . Stellen Sie sich selbst in dieser Situation außerdem sehr selbstbewusst und souverän vor, und fühlen Sie dies auch so. Gestalten Sie die Situation vor Ihrem inneren Auge so, dass Sie damit glücklich und zufrieden sind!

Diese Vorstellung richtig und detailliert aufbauen zu können, kann einige Male in Anspruch nehmen. Es ist also sinnvoll, schon einige Tage vor der stressbelasteten Situation damit anzufangen. Aber Sie werden sehen: Wenn es Ihnen keine Mühe mehr macht, sich den gewünschten Situationsablauf gut und mit Leichtigkeit im Kopf vorzustellen, dann wird die tatsächliche Situation genau so ablaufen!

Zur Beruhigung bei akutem Stress:

Schließen Sie die Augen, legen Sie jeweils zwei Finger auf die Stirnbeinhöcker (siehe unten) und atmen Sie ruhig und tief.

Die Stirnbeinhöcker:

Die Stirnbeinhöcker (Eminentia frontalis oder Tuber frontale) sind zwei knöcherne Erhebungen rechts und links auf der Stirn, ungefähr auf 2/3 Höhe und mittig über den Augen. Bei Kindern treten sie meist deutlich hervor, bei Erwachsenen oft etwas weniger. Mit den Fingern ertasten kann man sie aber immer.

In der Kinesiologie und anderen alternativen Heilmethoden sind sie Reflexpunkte für die Aktivierung des rationalen Denkens und der Vermeidung negativer Emotionen. Durch das Berühren der Stirnbeinhöcker verbessert sich die Durchblutung im vorderen Hirnbereich, der für bewusstes Handeln ohne Überlagerung mit Emotionen zuständig ist. Dies ermöglicht es, von emotionalem Stress Abstand zu gewinnen.

Sie können auch die ganze Handfläche auf die Stirn legen, wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie die richtigen Punkte gefunden haben.



September 2017: Gedicht von Oriah Mountain Dreamer - The Invitation (Übersetzung aus dem Englischen)


Die Einladung

Es interessiert mich nicht,
womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen,
wonach Du Dich sehnst,
und ob Du es wagst davon zu träumen,
Deine Herzenswünsche wahr werden zu lassen.

Es interessiert mich nicht,
wie alt Du bist.
Ich möchte wissen,
ob Du es riskierst
wie ein Narr dazustehen,
für die Liebe,
für deinen Traum,
für das Abenteuer, zu leben.

Es interessiert mich nicht,
welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen,
ob Du die Tiefe Deines eigenen Leidens gefühlt hast.
Ob Du offen geworden bist
durch die Enttäuschungen des Lebens,
oder verkümmert und verschlossen
aus Angst vor weiterem Schmerz.

Ich möchte wissen,
ob Du mit Schmerz sein kannst
- meinem oder Deinem eigenen.
Ohne irgendetwas zu tun,
um ihn zu verstecken,
oder verschwinden zu lassen,
oder wieder in Ordnung zu bringen.

Ich möchte wissen,
ob Du mit Freude sein kannst,
- meiner oder Deiner eigenen.
Ob Du wild tanzen kannst,
und die Ekstase Dich erfüllen darf
bis in die Spitzen der Finger und Zehen.
Ohne uns zu ermahnen
vorsichtig zu sein,
realistisch zu sein,
an die Beschränkungen des Menschseins zu denken.

Es interessiert mich nicht,
ob die Geschichte, die Du mir erzählst,
wahr ist.
Ich möchte wissen,
ob Du andere enttäuschen kannst,
um Dir selbst treu zu bleiben.
Ob Du es erträgst,
wegen Verrates angeklagt zu werden,
und nicht deine eigene Seele zu verraten.
Ob Du treulos sein kannst,
und deswegen vertrauenswürdig.

Ich möchte wissen,
ob Du Schönheit sehen kannst,
selbst wenn nicht jeder Tag schön ist.
Und ob du dein eigenes Leben leben kannst,
aus der Quelle seiner selbst heraus.

Ich möchte wissen,
ob Du mit Misserfolg leben kannst
- Deinem und meinem.
Und immer noch am Ufer eines Sees stehst
und zum Glanz des Vollmondes rufst:
"Ja!"

Es interessiert mich nicht,
wo Du lebst
oder wie viel Geld Du hast.
Ich möchte wissen,
ob Du aufstehen kannst,
nach einer Nacht voller Kummer und Verzweiflung,
abgekämpft und wund bis ins Mark,
und tust, was getan werden muss,
um Deine Kinder zu ernähren.

Es interessiert mich nicht,
wen Du kennst
oder wie Du hierhin gekommen bist.
Ich möchte wissen,
ob Du mit mir
im Zentrum des Feuers stehst,
und nicht zurückweichst.

Es interessiert mich nicht,
wo oder was oder mit wem
du studiert hast.
Ich möchte wissen,
was dich im Inneren aufrecht erhält,
wenn alles andere weg fällt.
Ich möchte wissen,
ob Du alleine sein kannst
mit dir selbst.
Und ob Du wirklich die Menschen magst,
mit denen Du Dich umgibst,
in den Momenten der Leere.



August 2017: Frühkindliche Reflexe - Wie viel Zeit und Unterstützung geben wir unseren Kindern und uns selbst?


Wer schon einmal mit Babys zu tun hatte, der kennt sicher den Moro-Schreckreflex oder den Saug- und Schluck-Reflex, die durch plötzliche, unerwartete äußere Reize bzw. der Berührung der Mundregion ausgelöst werden. Diese beiden sind die vielleicht bekanntesten der ca. 20 frühkindlichen Reflexe.

Die meisten dieser Reflexe werden schon im Mutterleib entwickelt. Während der Schwangerschaft, der Geburt und in den ersten Lebensmonaten bewegt und verhält sich das Kind ausschließlich mit Hilfe dieser Reflexe. Sie tragen dabei maßgeblich zur körperlichen und geistigen Entwicklung eines Menschen bei. Mit ihrer Hilfe wird der Grundstein für Fähigkeiten gelegt, die im späteren Leben für komplexere Handlungen benötigt werden.

So grundlegend das Vorhandensein der frühkindlichen Reflexe in den ersten Lebensmonaten ist, so wichtig ist auch deren spätere Ablösung durch willentlich kontrollierte und reife Bewegungs- und Verhaltensmuster. Denn bleiben die frühkindlichen Reflexe bestehen, ist eine Weiterentwicklung in Bewegung, Wahrnehmung und Verhalten des Kindes nicht möglich. Es bleibt in alten Reaktionsmustern stecken, die sich seiner willentlichen Kontrolle entziehen. Ein Fortbestehen eines oder mehrerer frühkindlicher Reflexe - was bei vielen Kindern und auch Erwachsenen in unterschiedlicher Ausprägung noch der Fall ist - wird mit Defiziten in der Körperkoordination, beim Lernen und im Sozialverhalten in Verbindung gebracht.

Um zu gewährleisten, dass die frühkindlichen Reflexe zuerst gut ausgebildet, und dann zur rechten Zeit wieder abgelöst werden können, sind neben einer harmonischen Schwangerschaft vorwiegend zwei Dinge notwendig: ZEIT, damit das Kind seine naturgemäße körperliche und geistige Entwicklung nach seinem inneren Zeitplan durchlaufen kann. Und UNTERSTÜTZUNG, damit das Kind die für seine Entwicklung notwendigen Erfahrungen machen kann.

Sind frühkindliche Reflexe auch noch im späteren Kindes- und Erwachsenenalter nachweisbar und behindern den Betreffenden sichtlich in seiner persönlichen Weiterentwicklung, gibt es verschiedenen Therapieansätze, um die verpasste Integration nachzuholen.

Aber auch mit gut integrierten frühkindlichen Reflexen behalten die beiden oben genannten Punkte ihre Gültigkeit: Jeder Mensch braucht in jedem Lebensalter seine ZEIT und unterstützende ERFAHRUNGEN, um seine persönlichen Entwicklungsschritte vollziehen zu können. Lassen wir beides zu, so wird eine lebenslange Weiterentwicklung auf dem eigenen Weg und im eigenen Tempo möglich sein.



Juli 2017: Gedicht von Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207 - 1273), Persischer Dichter und Mystiker


Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben -
das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine
Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch, recht gelebt,
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und jedes Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.

Darum achte gut auf diesen Tag.



Juni 2017: Zitat von Steve Jobs (1955-2011), Gründer von Apple Computers


Mich daran zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, ist die wichtigste Entscheidungshilfe, dir mir je begegnet ist, wenn es darum geht, die großen Entscheidungen im Leben zu treffen. Denn fast alles - alle äußerlichen Erwartungen, aller Stolz, alle Angst vor Blamage oder Misserfolg - all diese Dinge fallen im Angesicht des Todes einfach weg, und lassen nur das übrig, was wirklich wichtig ist. Dich daran zu erinnern, dass du sterben wirst, ist der beste Weg die Falle zu vermeiden, zu glauben du hättest etwas zu verlieren. Du bist bereits nackt. Es gibt keinen Grund, nicht deinem Herzen zu folgen.



Mai 2017: Übung zur Beruhigung von Körper und Geist


Die folgende Übung sorgt nach körperlichem, emotionalem oder umgebungsbedingten Stress für die Wiederherstellung des Gleichgewichts. Sie besteht aus zwei Teilen, die nacheinander ausgeführt werden:

1. Den rechten Fuß über den linken stellen. Die Arme nach vorne ausstrecken und das rechte Handgelenk über das linke legen. Die Handflächen zueinander drehen und die Finger ineinander verschränken. Die verschränkten Händen nach unten durch die Arme hindurch zur Brust drehen. Nun die Augen schließen, die Zunge flach an den Gaumen legen und ruhig und tief atmen. Beim Einatmen wird die Zungen gegen den Gaumen gedrückt, beim Ausatmen wieder entspannt. So lange atmen bis spürbare Entspannung eintritt.
Diejenigen, denen das Kreuzen der Arme Schwierigkeiten bereitet, können die Arme auch gekreuzt auf die Brust legen.

2. Die Position wieder auflösen und beide Beine parallel nebeneinander stellen. Die Fingerspitzen der Hände vor der Brust zusammenführen. Augen schließen und wiederum eine Zeit lang ruhig atmen. Die Zunge wird wie oben beim Einatmen an den Gaumen gedrückt und beim Ausatmen entspannt.

Im ersten Teil der Übung kann auch der linke über den rechten Fuß gestellt werden. Die Hände sollten dann ebenfalls auf diese Weise überkreuzt werden. Bei Gleichgewichtsproblemen kann die Übung auch im Sitzen oder Liegen ausgeführt werden.



April 2017: Aphorismus von Fariduddin Attar (Ferîd ud din Attâr) (Aus: T. Dethlefsen & R. Dahlke, Krankheit als Weg)


Du sprachst: "Was ist des Weges Zeichen, o Derwisch?"
"Höre es von mir, und wenn du hörst, so überlege! Das ist für dich das Zeichen:
Dass du, obwohl du vorwärts gehst, dein Elend größer werden siehst."



März 2017: "Autobiographie in fünf Kapiteln", von Portia Nelson. Aus: Sogyal Rinpoche, Das tibetische Buch vom Leben und Sterben.

1. Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren... Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2. Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, dass es schon wieder passiert ist.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, wieder herauszukommen.

3. Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein... aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4. Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5. Ich gehe eine andere Straße.